
Ich glaube an die große Entdeckung.
Ich glaube an den Menschen, der die Entdeckung
macht.
Ich glaube an die Angst des Menschen, der die
Entdeckung macht.
Ich glaube an die Blässe seines Gesichts,
an seinen Brechreiz, den kalten Schweiß auf der
Lippe.
Ich glaube an das Verbrennen der Niederschriften,
an ihr Verbrennen zu Asche,
zur letzten.
Ich glaube an das Verschütten der Zahlen,
ihr reuloses Verschütten.
Ich glaube an die Eile des Menschen,
an die Genauigkeit seiner Bewegung,
an seinen unbezwungenen Willen.
Ich glaube an das Zerschlagen der Tafeln,
an das Vergießen der Flüssigkeiten,
an das Erlöschen der Flamme.
Ich meine, dass es gelingen wird,
und daß es dann nicht zu spät sein wird,
und daß sich die Sache ganz ohne Zeugen abspielen
wird.
Niemand wird es erfahren, ich bin dessen sicher,
weder die Ehefrau noch die Wand,
auch nicht der Vogel, er könnte es sonst verpfeifen.
Ich glaube an die lässige Hand,
ich glaube an die verpfutschte Karriere,
ich glaube an die vertane Arbeit vieler Jahre,
ich glaube an das ins Grab genommene Geheimnis.
Mir kreisen diese Worte über den Regeln.
Sie suchen keine Stütze bei den Exempeln.
Mein Glaube ist fest, blind und ohne Begründung.
Juli 1970 / Wislawa Szymborska